• König Albert I grüBt die Truppen, Grote Markt Veurne, 1914

  • Freies Vaterland, das Erlebniszentrum

  • König Albert I, Grote Markt Veurne

  • Freies Vaterland, das Erlebniszentrum: Dokumentation von das Krankenhaus zur Schau gestelt

Veurne, das letzte Stück 'freies Vaterland' im Großen Krieg.

Veurne erlebte Ende Oktober 1914 einige von Angst geprägte Tage. Die alles vernichtenden deutschen Truppen erreichten den letzten noch nicht eingenommenen Landesteil Belgiens, die Region Westhoek. Die tapferen belgischen Soldaten verteidigten sich mit allen verfügbaren Mitteln an der IJzer, doch selbst dies drohte zu scheitern.

Dies änderte sich, als König Albert I., der vom Rathaus Veurne aus operierte, in der Nacht vom 28. zum 29. Oktober 1914 die Pläne des Veurner Bürgers Karel Cogge ausführen ließ. Die IJzerebene zwischen Nieuwpoort und Diksmuide wurde unter Wasser gesetzt, die Front kam zum Stillstand und Veurne sollte über 4 Jahre hinweg als 'Stadt hinter der Front' dienen.

Der Stadt blieben die großen Bombardements größtenteils erspart, wodurch das Leben in dieser Gegend nicht zum Erliegen kam. Hilfsposten und Lazarette wurden errichtet und selbst Nobelpreisträgerin Marie Curie, die die Röntgentechnik einführte, und ihre Tochter hielten sich in Veurne auf. Das Unterrichtswesen erhielt mit dem Bau der 'Schule der Königin' in Wulveringhem, einem Ortsteil von Veurne, neue Impulse. Unterdessen sorgte die Anwesenheit belgischer, jedoch auch (kolonialer) französischer Truppen für die erforderliche Belebung der Stadt, die jedoch auch ihre Schattenseiten hatte. So wurde im Jahr 1918 ein gewalttätiger Mord verübt.

Erfahren Sie dies und weitere Geschichten im Erlebniscenter 'Freies Vaterland, Leben hinter der Front'.

 

Erlebniszentrum "Freies Vaterland, Leben hinter der Front"

"Freies Vaterland" konzentriert sich nicht nur auf das Schlachtfeld des Großen Krieges, sondern auch auf das letzte Stück unbesetzten Belgiens, den sogenannten belgischen Sektor, von dem aus König Albert I. gegen die deutschen Besatzer standhielt. Sie erfahren viel Wissenswertes über die Ereignisse hinter der Front und über das tägliche Leben in diesem unbesetzten Gebiet. Sie sehen einen wahren Schmelztiegel von Menschen, den man heute als Multikultur bezeichnen würde. Die stimmungsvolle Ausstellung beleuchtet Themen wie Pflege, Unterricht und Rechtsprechung mittels moderner Kommunikationsmittel und traditioneller Elemente.

 

König Albert I

Nach dem Fall von Antwerpen und Gent wurde das belgische Heer wieder in die Region Westhoek zurückgedrängt. Im seinem Kielwasser Tausende von Flüchtlingen. Das historische Städtchen Veurne wurde Mitte Oktober 1914 plötzlich zu einer stark bevölkerten 'inoffiziellen Hauptstadt' des unbesetzten Belgiens. Der Krieg an der Westfront geriet in seine entscheidende Phase, als König Albert I aus seinem Hauptquartier im Rathaus den Befehl erteilte, die IJzerebene unter Wasser zu setzen. Dies bedeutete eine Kehrtwende im Weltkrieg, die das deutsche Heer zum Stillstand brachte. Sie lernen Albert und Elisabeth und ihren täglichen Tagesablauf im letzten Stück freien Belgiens kennen. Sie erleben die Herbst- und Wintertage des Jahres 1914, als wichtige Entscheidungen zum Fortbestehen unseres Landes getroffen wurden.

Begegnung

Die Region Westhoek bildete plötzlich einen Schnittpunkt der Kulturen. Belgische Soldaten wurden durch die deutschen Besatzer zurückgedrängt. 'Fremde Soldaten' aus der ganzen Welt, die aus den Kolonien unserer Bündnispartner Frankreich und England stammten, kämpften mit auf unserer Seite. Für unsere Bürger bildete dies ein nie gekanntes Schauspiel, das sich zu diesem Krieg hinzugesellte.

Pflege

Die Gesundheitsvorsorge machte große Fortschritte. Auch Marie Curie war mit einer Radiologie-Apparatur in dieser Gegend präsent. Königin Elisabeth spielte eine wichtige Rolle bei der Einrichtung von Lazaretten hinter der Front.

Unterricht

Im Winter 1914/15 war es fast unmöglich, Schüler zu unterrichten. Bombardements und unsichere Situationen führten zur Errichtung von Schulkolonien in Frankreich, der Schweiz und Großbritannien. Für die Daheimgebliebenen gründete Elisabeth die 'Schule der Königin', einen Schulkomplex für Jungen und Mädchen in Wulveringhem.

Vergnügen

Der 'Belgische Sektor' bildete durch den Rückzug unseres Heeres ein stark bevölkertes Epizentrum. Hier, hinter der Front, fanden die Soldaten Zeit zum Durchatmen und um die Ereignisse des Krieges kurzzeitig zu verdrängen. In den Gasthöfen floss das Bier reichlich, die Geschäfte florierten und die Prostitution war gang und gäbe.

Flüchtlinge

Neben einem Ort der Diplomatie und der Verwaltung war Veurne auch ein Rastplatz für Soldaten auf dem Weg an die Front. Zudem war es zu einem großen Lazarettstandort für die Verwundeten geworden, die von der Front abtransportiert wurden. Damit das Chaos perfekt wurde, kam noch eine Vielzahl an Flüchtlingen dazu, die in der Stadt einquartiert waren.

Rechtsprechung

Durch die deutsche Besatzung Belgiens war Veurne das einzige noch aktive Zivilgericht Belgiens. Die Zivilrechtsprechung war während der Kriegsjahre allerdings weitgehend eingeschränkt, da fast alles unter die militärische Gewalt fiel, auch Zivilisten.

Sonderausstellung Karel Cogge, ruhmreicher Bewohner der Stadt Veurne (25.10.2014 - 31.05.2015)

Vor 100 Jahren lag Karel Cogge, ein einfacher alter Mann aus Veurne, an der Basis der Flutung der IJzerebene, die den deutschen Truppen endgültig Einhalt gebot. Wer war dieser Mann? Warum wurde er bei diesen Plänen involviert? Und was war eigentlich seine Funktion in diesem Geschehen? Erfahren Sie dies in einem zusätzlichen Ausstellungsraum im Erlebniszentrum 'Freies Vaterland, Leben hinter der Front.'

Die virtuelle Tour

Diese virtuelle Tour bietet ein erstes Kennenlernen des Erlebniszentrums 'Freies Vaterland'. Für die zahlreichen Informationen und Fotos, die in den Kiosken zu finden sind, und einen Besuch des prächtigen Albert-Saales müssen Sie natürlich selbst vorbeikommen. Bis bald!

Praktische Informationen

Öffnungszeiten

 

                  Preise              

01. April - 11. November              Einzelpersonen        
Montag bis Freitag 09.00 bis 17.00 Uhr   Erwachsene €4                   
Wochenenden und Feiertage 10.00 bis 17.00 Uhr   Senioren (+65) €3
      7 bis 18 Jahre €2
12. November bis 31. März   0-7 Jahre Kostenlos
Montag bis Freitag 09.00 bis 17.00 Uhr      
Wochenenden und Feiertage 10.00 bis 17.00 Uhr   Gruppen (> 15 Personen)
      Erwachsene €3
Letzter Einlass gegen 16.15 Uhr   Schulen €2
       
Schließtage des Erlebniszentrums:   Führer nicht inbegriffen
Weihnachten und Neujahr    
     
 

 

 

 

 

Contact

Vrij Vaderland
Grote Markt 29
8630 Veurne

Tel: 058/33 55 31

Mail: info@vrijvaderland.be